Das Phänomen der Radikalisierung unserer Gesellschaft beschäftigt uns schon lange und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Immer öfter stehen sich bei politischen, sozialen und weltanschaulichen Fragen unversöhnliche Lager gegenüber und prägen die Diskussion.
Denken, leben und handeln aus der eigenen, oft eng umgrenzten „Bubble“ heraus führt verstärkt zu Radikalisierungstendenzen. Dabei haben wir beim Begriff Radikalisierung nahezu immer männliche Wortführer und „Täter“ vor unserem inneren Auge. Und unterliegen damit einer gefährlichen Täuschung.
Fakt ist nämlich, dass extremistische Organisationen vermehrt auch von Frauen Zulauf erhalten. Frauen, die dort nicht „nur“ Mitläuferinnen sind und im Hintergrund agieren, sondern aktiv auftreten und dabei zentrale und manchmal auch gewalttätige Rollen einnehmen.
Um diesen einseitigen Blickwinkel und die damit übersehene Gefahrensituation aufzuzeigen, hat das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales die Veranstaltungsreihe „Radikalisierung hat kein Geschlecht“ organisiert.
Allerdings stellt die Kampagne nicht nur die Frauen in den Fokus. Sie macht außerdem auf Frauenhass und Antifeminismus in extremistischen Ideologien aufmerksam und auf die dort herrschenden Männer- und Frauenbilder. – Ziel dabei ist nicht nur die Sensibilisierung der Gesellschaft, sozialer und politischer Einrichtungen, Schulen usw. für die Radikalisierung von Mädchen und Frauen, sondern auch eine damit verbundene erfolgreiche und geschlechterspezifische Präventionsarbeit.
Hauptzielgruppe der Veranstaltung sind Fachkräfte (vor allem im sozialen Bereich, in Behörden usw.), aber auch alle anderen Interessierten können sich hier informieren.
brandarena hat für die Veranstaltungsreihe zusammen mit der Moderatorin Melitta Varlam und dem Moderator Tobias Ranzinger vom Bayerischen Rundfunk 15 Interviews mit zahlreichen Expert:innen geführt. Vorab wurden detaillierte Moderationsleitfäden entwickelt und die Inhalte der Interviews dann in rund 15-minütigen Filmbeiträgen zusammengefasst.
Dabei ging es um patriarchale Strukturen, Rollenbilder und Stereotypen von Frauen und Männern, Ursachen, Herausforderungen und Präventionsansätze im Links-, oder Rechtsextremismus, Salafismus und Antisemitismus. Die Interviews drehten sich u.a. um Fragen wie: Welche Aufgaben übernehmen Frauen innerhalb radikaler Gruppierungen? Radikalisieren sich Mädchen aus anderen Gründen als Jungen?
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