12. May2022

Bitte alle mal herhören!

recording

Audio boomt und erlebt neue Höhenflüge in den Werbeerlösen. Der Online-Audio-Markt wird voraussichtlich dieses Jahr die Schwelle von 100 Millionen Euro knacken. Ganz wesentlich dazu beigetragen hat das derzeitige Lieblingskind: der Podcast. Hier wird über viele Minuten locker geplaudert „wie im richtigen Leben“.

Ganz anders bei zeitlich eng begrenzten Werbespots. Hier muss jedes Wort sitzen und die Botschaft innerhalb weniger Sekunden bei den Hörer:innen ankommen. Sound und Stimme sind extrem entscheidend. Ein kleines Experiment und ein Interview mit Mary-Ann Powell, Geschäftsführerin der Exit-Studios, verdeutlichen, was diese beiden Faktoren bewirken.

Auf dem Radio Advertising Summit im April wurde ein hoch interessantes Experiment der Instituts september Strategie und Forschung vorgestellt: Am Beispiel einer fiktiven Schokoriegel-Marke konnte gezeigt werden, dass ein und dasselbe Textscript für einen Audiospot allein durch Stimme, Tonalität und Soundelemente eine völlig unterschiedliche Markenpositionierung bewirken kann.

Dies macht deutlich, wie wichtig es ist, sich bereits vor der Produktion eines Audiospots Gedanken über die Positionierung des Produktes zu machen. Denn dementsprechend unterschiedlich fällt die Wahl der Sprechstimmen und des Sounds aus.

Stimme und Sound können Emotionen wecken und beeinflussen, im wahrsten Sinne des Wortes „Ohren öffnen“ und das Produkt bei den Verbraucher:innen in einer eigenen Welt verankern. Stimme, Tonalität, Musik und Dramaturgie besitzen dabei einen viel größeren Effekt, als man als Laie denken würde. Deshalb haben wir lieber gleich mit einer Spezialistin gesprochen und ihr einige Fragen gestellt.

Mary-Ann, du bist Geschäftsführerin der Exit-Studios in München. Sag uns doch mal: Verändern sich im Laufe der Jahre die Anforderungen an Sprecher:innen?

Tatsächlich unterliegen auch die Stimmen bestimmten „Moden“ und Trends. War es bis vor einiger Zeit en vogue, möglichst klar und genau zu artikulieren, so hören wir in letzter Zeit immer mehr „verschliffene“ Sprecher:innen. Was aber zu allen Zeiten für die Auswahl der Sprecher:innen gilt, ist die Ansage der Agenturen, möglichst „nicht werbliche“ und „ungehörte“ Stimmen zu bevorzugen.

Sind gute Schauspieler:innen immer auch automatisch die besseren Sprecher:innen?

Das kann ich nicht zu 100 % mit Ja beantworten. Es ist sehr stark abhängig von der Rolle, die es zu verkörpern gilt. Aber auch ein guter Synchronsprecher oder Moderator ist nicht immer gleichzeitig ein guter Werbesprecher. Insgesamt hilft eine solide und gute Ausbildung als Schauspieler:in jedoch schon.

Wie wichtig ist die „gute Laune“ im Studio?

Für mich und uns bei den Exit-Studios ist gute Laune sehr, sehr wichtig. Ich glaube aber, dass da jedes Produktionshaus eine eigene Philosophie hat.

Hörst du schon beim Lesen des Textmanuskripts, welche Sprecherin oder welcher Sprecher am besten passt?

Meistens tatsächlich. Bereits beim Lesen des Textes entstehen Bilder in meinem Kopf. Im besten Fall kenne ich aber Agentur und Kunde und versuche, mit viel Empathie auch deren „Kopfbilder“ in meine Sprecherauswahl einfließen zu lassen.

Was sind die größten Fehler der Texter:innen?

Diese Frage ist leicht zu beantworten und lautet Timing, Timing, Timing. Viele Texter:innen lesen sich den zu sprechenden Text nur leise vor und sind dann verwundert, wenn ihr 20-sekündiger Text bei der Aufnahme zu einem schnell gesprochenen 30-Sekünder ausufert.

Und was sind die größten Fehler im Studio?

Wenn der oder die Marketing-Verantwortliche – egal ob auf Seiten der Agentur oder der Kunden – dem Sprecher oder der Sprecherin den Text selbst vorspricht …

Wie wichtig selbst bei kürzesten Audioaufnahmen die Qualität der Sprecher:innen ist und wieviel „Stimmung“ eine gute professionelle Stimme auslöst, können Sie an unserem letzten gemeinsamen Projekt mit den Exit-Studios erleben. In Zusammenarbeit mit dem Sounddesigner und Komponisten Hans Franek, der uns hierfür die Soundelemente vertont hat, kreierten wir die Gute-Laune-Soundmachine. Am besten, Sie hören gleich mal rein!

Weitere Einträge

  • Was macht digitale Events erfolgreich?

    6. September
    Digitale Events sind seit der Pandemie ein fester Bestandteil der Informationsvermittlung und der Kommunikation. Sie funktionieren allerdings nach ihren eigenen Gesetzen und sind nur dann wirklich erfolgreich, wenn bestimmte Regeln erfüllt werden. Wer jedoch berücksichtigt, dass sich die Herangehensweise an digitale Events von analogen Events unterscheidet, kann sein Publikum mitreißen und überzeugen. So wie Chris Cuhls, Regisseur, Konzeptioner und Show-Producer. Wir haben Ihm einige Fragen gestellt.
  • Nicht nur Männer denken radikal

    6. September
    Das Phänomen der Radikalisierung unserer Gesellschaft beschäftigt uns schon lange und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Immer öfter stehen sich bei politischen, sozialen und weltanschaulichen Fragen unversöhnliche Lager gegenüber und prägen die Diskussion. Denken, leben und handeln aus der eigenen, oft eng umgrenzten „Bubble“ heraus führt verstärkt zu Radikalisierungstendenzen. Dabei haben wir beim Begriff Radikalisierung nahezu immer männliche Wortführer und „Täter“ vor unserem inneren Auge. Und unterliegen damit einer gefährlichen Täuschung.
  • TikTok – der Herzschlag der jungen Generation

    6. September
    Jeder und jede von uns hat schon von TikTok gehört und viele haben sich die App heruntergeladen. Bei Jugendlichen und jungen Menschen um die 20 ist die Plattform extrem beliebt. Inzwischen nutzen sie monatlich 1,6 Milliarden Menschen weltweit und damit mehr als Twitter, Snapchat und LinkedIn zusammen. TikTok wurde im letzten Jahr häufiger heruntergeladen als jede andere App und damit im Jahr 2021 zur weltweit meistbesuchten Website. Was genau macht TikTok so attraktiv?
  • Botschaften, die nicht zu übersehen sind.

    6. September
    „Hä? Wer soll denn auf dieser Bank sitzen, die ist ja viel zu hoch? Sehr seltsam. Moment mal, da steht ja was… (les, les, les) Ahhhh! Es geht um den steigenden Meeresspiegel! WAS? Sooo hoch soll der steigen??? Au weia.“ So oder ähnlich sind die Reaktionen der Passant:innen, die die Bänke mit den extrem hohen Beinen entdecken. Die Bänke stehen in Dänemark und sind ein äußerst gelungenes Beispiel für eine aussagestarke Kommunikation im öffentlichen Raum.
  • Sundowner mit Moonfeeling

    6. September
    Lampions, Wimpel, ein sanfter Beat – die Nacht kann kommen. Vorher jedoch leuchtet der Himmel glutrot auf und die Sonne wirft ihre letzten Strahlen auf die Stadt, die Ihnen zu Füßen liegt. Wer jetzt auch noch einen perfekt gemixten Drink in der Hand hält, weiß, wie sich Glück anfühlt. Das möchten Sie auch erleben? Dann hätten wir da einen brandaktuellen Tipp…
  • Digitalen Medien Beine machen

    12. May
    Wenn es Ende März am Münchner Stachus zu einer kleinen „Verstopfung“ direkt im Karlstor kam, lag das nicht an der Überfüllung der beliebten und stets stark frequentierten Fußgängerzone, sondern an einer Aktion innerhalb der Auftaktveranstaltung für die neue Kampagne „Hand aufs Herz“ des Bayerischen Staatministeriums für Gesundheit und Pflege. Dort wurden auch Digi-Boards eingesetzt, eine noch recht neue Art von Werbung im öffentlichen Raum.
  • Ein Dorf zum Verlieben!

    12. May
    „Fahre in die Welt hinaus, sie ist fantastischer als jeder Traum.“ (Ray Bradbury) - Nach zwei Jahren Pandemie ist die Sehnsucht nach Veranstaltungen an besonderen Orten und gerne auch außerhalb Deutschlands groß. Auch wir als brandarena wagen ein neues Experiment und nutzen vorübergehend einen neuen Standort, um spannende Locations zu erkunden, neue Ideen zu entwickeln oder auch einfach im Team etwas auszuspannen: Palma auf Mallorca. Und tatsächlich haben wir dort ganz in der Nähe auch schon einen verzauberten Ort gefunden, der für besondere Events wie geschaffen ist: die Finca Biniagual. Wie ein pittoreskes Dörfchen liegt sie fernab vom Tourismus und punktet mit einem einmaligen Angebot, denn sie kann als Gesamtkulisse für Veranstaltungen genutzt werden. Diese ungewöhnliche Möglichkeit möchten wir Ihnen gerne vorstellen.
  • Inspiration pur: die Biennale in Venedig

    12. May
    Die Sehnsucht, endlich wieder mehr als die eigene kleine Welt zu sehen und zu erleben ist in den letzten Monaten immer stärker geworden. Kein Wunder, dass ein Großevent wie die Biennale jetzt für viele ein magisches Ziel ist. Gilt Venedig allein schon als Sehnsuchtsort, wird mit der internationalen Kunstausstellung die Attraktivität der Stadt zusätzlich gesteigert. Wer die Biennale in früheren Jahren schon einmal besucht hat, weiß, dass man mit einer unglaublichen Bereicherung an Ideen und Impressionen belohnt wird. Davon können auch Menschen profitieren, die im Marketing oder im Agentur- und Eventbereich arbeiten. Und als Incentive-Reise fällt das Kunstereignis in der Lagunenstadt ebenfalls positiv aus dem üblichen Rahmen.

Unsere Arbeiten

Was wir so zu bieten haben

Unser Leistungsspektrum

brandarena

Kommunikation & Event

Wir freuen uns von Ihnen zu hören

brandreport

Bleiben Sie up to date
Inspirationen und Input